
Tadschikistan, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan in 4 Tagen
Ländertour durch Zentralasien – Teil 1: Tadschikistan und Duschanbe
Es war mal wieder Zeit für eine neue Ländertour. Diesmal hatten wir uns die sogenannten Stan-Länder Zentralasiens vorgenommen und dafür ein ziemlich eng getaktetes Routing zusammengestellt.
Losgehen sollte es eigentlich ganz entspannt mit Pegasus von Düsseldorf über Istanbul nach Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans. Doch nur zwei Tage vor Abflug kam die schlechte Nachricht: Pegasus stornierte unsere Flüge.
Damit hatten wir ein echtes Problem. Da die gesamte Reise aus mehreren aufeinander abgestimmten Flügen bestand, konnten wir nicht einfach einen Tag später fliegen. Wir mussten irgendwie eine Alternative finden, mit der wir möglichst zur gleichen Zeit in Duschanbe ankamen.
Zum Glück wurden wir tatsächlich noch fündig: zunächst mit Lufthansa nach München und von dort mit Somon Air direkt nach Tadschikistan.
Nachdem auch das kurzfristig gebucht war, konnte unsere Reise endlich beginnen.
Von München nach Tadschikistan
Der erste Flug nach München war kurz und problemlos, und wir landeten pünktlich. Dort hatten wir einige Stunden Aufenthalt und machten es uns zunächst einmal im Biergarten des Airbräu gemütlich.
Eigentlich waren wir nur mit Handgepäck unterwegs und hätten daher direkt durch die Sicherheitskontrolle gehen können. Leider bot Somon Air für unseren Flug keinen Online-Check-in an. Also mussten wir doch zum Schalter – und dort wartete bereits eine enorm lange Schlange.
Am Ende dauerte es tatsächlich zwei Stunden, bis wir endlich unsere Boardingpässe in den Händen hielten. Viel Zeit blieb danach nicht mehr. Wir gingen direkt durch die Sicherheitskontrolle und praktisch weiter zum Boarding.
Geflogen wurde mit einer schon etwas älteren Boeing 737. Nachdem alle an Bord waren, ging es auch schon los. Der Flug selbst war überraschend angenehm. Es gab sogar etwas zu essen und nach gut sechs Stunden erreichten wir ziemlich pünktlich unser erstes neues Land. Gegen halb vier Uhr morgens landeten wir in Duschanbe.
Eine etwas chaotische Ankunft in Tadschikistan
Die Einreise verlief erstaunlich schnell. Bereits wenige Minuten nach der Landung standen wir draußen vor dem Terminal. Über unser Hotel hatten wir vorab einen Transfer organisiert, und tatsächlich wartete dort bereits ein Fahrer auf uns. Englisch sprach er zwar überhaupt nicht, aber irgendwie machte er uns verständlich, dass er noch auf andere Gäste warten müsse. Eigentlich wollten wir nur möglichst schnell ins Hotel und wenigstens noch ein paar Stunden schlafen, aber gut – dann würden wir eben noch kurz warten.
Aus dem „kurz“ wurde allerdings immer länger. Nach etwa einer halben Stunde versuchten wir ihm mit Händen und Füßen klarzumachen, dass wir jetzt wirklich dringend loswollten. Schließlich brachte er uns zu einem modernen BYD, wir stiegen ein und endlich setzte sich das Auto in Bewegung. Zumindest für ein paar Meter. Dann wendete der Fahrer plötzlich wieder und erklärte uns erneut, dass er noch kurz andere Gäste abholen müsse.
Kurz darauf kamen diese tatsächlich. Allerdings mussten wir nun wieder aussteigen und wurden stattdessen in ein sehr altes und ziemlich heruntergekommenes Auto verfrachtet. Und dort standen wir wieder. Weitere 20 Minuten später hatte ich endgültig genug und machte mich im Terminal erneut auf die Suche nach unserem Fahrer. Mit Händen und Füßen gelang es mir schließlich, ihn davon zu überzeugen, dass wir nun wirklich losfahren mussten.
Endlich ging es Richtung Hotel. Dachten wir zumindest. Denn irgendwann hielt der Fahrer vor einem völlig anderen Hotel. Wir schauten vermutlich entsprechend irritiert, woraufhin er uns ein Telefon in die Hand drückte. Am anderen Ende erklärte uns jemand, dass unser eigentlich gebuchtes Hotel Vatan ausgebucht sei und wir deshalb in einem Partnerhotel untergebracht würden – natürlich auch noch in einem völlig anderen Viertel.
Normalerweise hätten wir darüber sicherlich diskutiert. Nach der Nacht, dem Flug und dem inzwischen ziemlich absurden Transfer wollten wir allerdings einfach nur noch schlafen. Aus dem Hotel Vatan wurde also kurzerhand das Hotel Baland. Immerhin war das Zimmer völlig in Ordnung und endlich konnten wir für ein paar Stunden die Augen schließen.
Unser erster Eindruck von Duschanbe
Nach dem Frühstück packten wir wieder unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg, Duschanbe zu erkunden. Unser erstes Ziel war das Monument von Ismail Samani. Das imposante Denkmal erinnert an den Herrscher der Samaniden-Dynastie, der heute als eine der wichtigsten historischen Persönlichkeiten Tadschikistans gilt. Selbst die Landeswährung, der Somoni, ist nach ihm benannt.
Schon auf den ersten Metern fiel uns auf, wie repräsentativ viele Teile der Stadt gestaltet sind. Überall standen monumentale Gebäude, die Straßen und Plätze wirkten ausgesprochen sauber und erstaunlich viele Rosensträucher sorgten für Farbe. Gleichzeitig machten wir während unseres kurzen Aufenthalts durchweg sehr positive Erfahrungen mit den Menschen. Die Tadschiken, denen wir begegneten, waren ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, und wir fühlten uns von Anfang an willkommen.
Auch rund um das Samani-Denkmal wurde offensichtlich nicht an repräsentativer Gestaltung gespart. Große Brunnenanlagen, breite Wege und gepflegte Grünflächen bestimmen das Bild. In unmittelbarer Umgebung befinden sich außerdem einige der wichtigsten Gebäude der Hauptstadt: die Nationalbibliothek, der Rudaki-Park, der Palast der Nation und verschiedene Regierungsgebäude. Alles wirkte groß, monumental und teilweise fast ein wenig überdimensioniert.
Zwischen riesiger Flagge und 121 Meter hohem Turm
Von dort gingen wir weiter zum großen Fahnenmast von Tadschikistan, der an einem kleinen künstlichen See steht. Bei seiner Errichtung gehörte er mit 165 Metern sogar zu den höchsten Fahnenmasten der Welt. Ausgerechnet bei unserem Besuch hing allerdings keine Flagge daran.
Das Wetter spielte an diesem Tag nicht ganz mit. Es war etwas regnerisch, aber immerhin angenehm warm und damit durchaus gutes Wetter, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Vorbei am Nationalmuseum und zahlreichen weiteren Statuen und Denkmälern erreichten wir schließlich eines der auffälligsten neueren Bauwerke Duschanbes: das Unabhängigkeitsmonument.
Der Turm ist stolze 121 Meter hoch und erinnert an die Unabhängigkeit Tadschikistans nach dem Zerfall der Sowjetunion. Wir gingen hinein und zahlten 70 Somoni, also ungefähr sieben Euro Eintritt. In den unteren beiden Etagen konnten wir uns zunächst verschiedene Ausstellungen mit lokaler Kunst und Kultur anschauen. Anschließend ging es mit dem Aufzug weit nach oben zu einer Aussichtsplattform.
Von dort hatten wir einen wirklich sehenswerten Rundumblick über Duschanbe. Erst von oben bekommt man einen guten Eindruck davon, wie großzügig die Stadt mit ihren breiten Straßen, Parks und repräsentativen Gebäuden angelegt ist.
Die letzten Stunden in Duschanbe
Anschließend liefen wir weiter durch die Stadt und kehrten schließlich im 28 Monkey Pub ein. Dort gab es Mittagessen und natürlich musste auch ein lokales Bier probiert werden. Zum Abschluss unseres kurzen Besuchs gingen wir noch bis zum kleinen Alisher-Navoi-Park.
Viel mehr Zeit blieb uns allerdings nicht, denn schon am selben Nachmittag sollte unsere Ländertour weitergehen. Für die Fahrt zum Flughafen winkten wir eines der überall in Duschanbe zu sehenden grün-weißen Jura-Taxis heran. Auch hier waren wir wieder mit einem modernen Elektroauto unterwegs. Bezahlt werden konnte allerdings nur in bar, dafür war die Fahrt zum Flughafen ausgesprochen günstig.
Etwas gewöhnungsbedürftig war dagegen das Unterhaltungsprogramm während der Fahrt. Auf dem großen Bildschirm in der Mittelkonsole liefen YouTube-Videos, denen nicht nur wir, sondern leider auch unser Fahrer immer wieder erstaunlich viel Aufmerksamkeit schenkte. Trotzdem erreichten wir nach kurzer Fahrt problemlos den Flughafen und standen damit nur wenige Stunden nach unserer Ankunft schon wieder am Check-in. Unser nächstes Ziel war Almaty in Kasachstan.
Für 50 Euro in die Business Class
Diesmal flogen wir mit Air Astana. Am Vortag hatten wir einfach einmal ein Gebot für ein Upgrade in die Business Class abgegeben – ohne wirklich damit zu rechnen, dass es funktioniert. Doch tatsächlich wurde unser Gebot angenommen und für gerade einmal 50 Euro Aufpreis durften wir auf dem kurzen Flug nach Almaty ganz vorne Platz nehmen.
Eine Lounge gab es am Flughafen von Duschanbe zwar nicht, dafür konnten wir uns noch ein wenig im vergleichsweise günstigen Duty-free-Shop umsehen. An Bord warteten dann richtig bequeme Business-Class-Sitze auf uns und auch beim Essen gab es eine gute Auswahl. Ich entschied mich für einen Salat mit Pferdefleisch – sicherlich nicht unbedingt das klassische Flugzeugessen, aber für Zentralasien durchaus passend.
So verging die rund einstündige Flugzeit ausgesprochen angenehm und dann ging alles sogar schneller als geplant: Überpünktlich landeten wir in Almaty.
Damit war Tadschikistan nach gerade einmal wenigen Stunden schon wieder Geschichte – und die nächste Etappe unserer Reise konnte beginnen.

Meine Kosten & praktische Infos
✈️ Flug
Flug mit Somon Air und Lufthansa zusammen ca. 618 €
💡 Gut zu wissen
Mit Karte kann man kaum bezahlen, eigentlich nur in Hotels. Aber es gibt Geldautomaten die mit Visa / Mastercard funktionieren.
🗺️ Mein Tipp
Schon am Flughafen etwas Bargeld abheben. Kartenzahlung ist häufig nicht möglich.
🏨 Hotel,
Hotel Vatan /Baland 62 US$ für ein Zweibettzimmer
🎟️ Eintritte & Aktivitäten
Unhabhängigkeitsturm 70 Somoni / 7 Euro
🚗 Jura Taxi (grün-weiße Autos)
Einfach heranwinken. Innenstadt zum Flughafen 50 Somoni, ca 5 Euro.
Stand der Preise: Reise im Mai 2026
















































































