24 Stunden in Paris – Craft Beer, Eiffelturm und zwei Flüge im Airbus A318

Vor einigen Monaten hatte ich eher zufällig gelesen, dass Ende des Jahres der letzte Linienflug eines Airbus A318 stattfinden sollte, und die Information an einen Freund weitergeschickt. Vor kurzem kam dann von ihm die Nachricht: Wie wäre es eigentlich mit einem A318-Trip?

Nun gut, da konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Die passende Verbindung war schnell gefunden. Von Amsterdam nach Paris und wieder zurück – und beide Flüge sollten mit dem kleinen Airbus durchgeführt werden. Der A318 war damit eigentlich der Grund für die gesamte Reise. Über das Flugzeug und die Flüge selbst wird es aber noch einen eigenen Bericht geben.

Paris selbst war diesmal eigentlich fast nur das Ziel zwischen den beiden Flügen. Wir kannten beide die Stadt und hatten die klassischen Sehenswürdigkeiten schon bei früheren Besuchen gesehen. Deshalb hatten wir überhaupt nicht vor, in den knapp 24 Stunden noch einmal das typische Sightseeing-Programm abzuarbeiten. Umso lustiger war es am Ende, dass wir einen erstaunlich großen Teil der bekanntesten Sehenswürdigkeiten trotzdem ganz nebenbei sahen – entweder weil wir direkt daran vorbeiliefen oder zumindest aus der Ferne einen Blick darauf hatten.

Zwei Wochen später saßen wir bereits im Auto auf dem Weg zum Flughafen Amsterdam-Schiphol. Am Nachmittag sollte es mit Air France nach Paris gehen..

Günstig parken und mit dem A318 nach Paris

Die Parkgebühren direkt am Flughafen waren allerdings eine kleine Überraschung. Für unsere knapp zwei Tage wären weit über 100 Euro fällig geworden. Über die App ParkBee fanden wir eine deutlich günstigere Alternative: eine Tiefgarage im nahe gelegenen Hoofddorp.

Von dort fahren in kurzen Abständen Züge direkt zum Flughafen. Praktisch finde ich dabei das niederländische Bezahlsystem. Ein separates Ticket braucht man nicht unbedingt, sondern hält beim Betreten des Bahnhofs einfach seine Kreditkarte an den Sensor der Zugangssperre und beim Verlassen wieder davor. Nach kurzer Fahrt standen wir bereits im Terminal von Schiphol.

Auch die Sicherheitskontrolle ging schnell und so warteten wir gespannt auf unseren Flug. Schließlich war dieser für uns etwas Besonderes. Alles lief pünktlich und nach gerade einmal 50 Minuten Flugzeit landeten wir am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle.

Von dort nahmen wir die RER in Richtung Paris und stiegen in Denfert-Rochereau in die Metro um. Unser Ziel war das ibis Paris Porte de Vanves Parc des Expositions in Malakoff, unmittelbar südlich der Pariser Stadtgrenze.

Nach gut einer Stunde kamen wir dort an, brachten nur schnell unsere Sachen aufs Zimmer und machten uns kurz darauf schon wieder auf den Weg. Schließlich hatten wir gerade einmal 24 Stunden – und unser erstes Ziel war Montmartre.

Pariser Nahverkehr mit kleinen Hindernissen

Einzig das Pariser Bezahlsystem für den öffentlichen Nahverkehr stellte uns etwas auf die Probe. Am Flughafen war der Ticketkauf zunächst noch einfach. 14 Euro kostete die Fahrt, hinzu kamen 2 Euro für die Karte. Anschließend wollten wir weitere Metrofahrten aufladen, was allerdings nicht funktionierte.

Am Serviceschalter erklärte uns eine Mitarbeiterin schließlich, dass die auf der Karte gespeicherte Flughafenfahrt das Aufladen der normalen Metrofahrten blockiere. Sie löschte diese heraus und anschließend konnten wir die Karte auch für die Metro nutzen. Wirklich unkompliziert fand ich das System nicht – zumal wir bei der Rückfahrt zum Flughafen noch einmal vor dem gleichen Problem standen.

Craft Beer in Montmartre und Montparnasse

In Montmartre war unser erstes Ziel nicht Sacré-Cœur, sondern die kleine Brauerei Patoche. In dem kleinen Ecklokal gibt es verschiedene selbstgebraute Biere frisch vom Fass. Besonders praktisch zum Probieren sind die kleinen Bierbretter mit viermal 0,1 Liter für 12 Euro.

Wir arbeiteten uns durch fast alle Sorten, bis irgendwann eine vernünftige Grundlage nötig wurde. Direkt um die Ecke wurden wir fündig und aßen im Koff einen guten Burger.

Gut gestärkt fuhren wir anschließend weiter nach Montparnasse. Ich hatte das Viertel vorher gar nicht unbedingt als Ziel auf dem Schirm und war überrascht, wie schön und lebendig es dort am Abend war. Zahlreiche Kneipen, Restaurants und Theater säumen die Straßen und sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Unser eigentliches Ziel war Mez Beer, eine Bierbar mit vielen wechselnden Sorten. Natürlich mussten wir uns auch hier ein wenig durch das Angebot probieren. Irgendwann war es dann allerdings spät genug und wir liefen zurück zu unserem Hotel.

Vom Invalidendom zum Eiffelturm

Am nächsten Morgen erwartete uns zunächst eine kleine Planänderung. Aufgrund von Wartungsarbeiten fuhr die Metrolinie in Malakoff nicht. Statt lange nach Alternativen zu suchen, bestellten wir uns ein Uber und ließen uns direkt zum Invalidendom fahren.

Das Wetter meinte es an diesem Morgen ausgesprochen gut mit uns. Die Sonne schien und ließ die goldene Kuppel des Invalidendoms weithin sichtbar strahlen. Der Gebäudekomplex wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert als Unterkunft und Versorgungseinrichtung für verwundete und alte Soldaten errichtet. Heute befinden sich dort unter anderem mehrere Museen und das berühmte Grab Napoleons.

Wir gingen langsam weiter in Richtung École Militaire und holten uns unterwegs bei der Bäckerei Bretteau Sébastien etwas zum Frühstück. Von dort führte unser Weg über den Champ de Mars und damit zwangsläufig zum Eiffelturm. Obwohl Sightseeing diesmal überhaupt nicht unser Ziel war, standen wir damit schon vor der nächsten großen Pariser Sehenswürdigkeit.

Aber egal, wie oft man Paris besucht: Am Eiffelturm kann man irgendwie doch immer wieder vorbeischauen.

Zu Fuß quer durch Paris

Vom Eiffelturm fuhren wir anschließend mit dem Bus bis zum Musée d’Orsay und gingen von dort zu Fuß weiter. Über die Seine hatten wir dabei auch einen schönen Blick in Richtung Notre-Dame.

Unser Weg führte uns anschließend durch den Jardin des Tuileries bis zum Place Vendôme, einem der elegantesten Plätze von Paris. Mit seinen einheitlichen historischen Fassaden, Luxushotels und Juweliergeschäften bildet er einen ziemlichen Kontrast zu den Vierteln, die wir am Abend zuvor besucht hatten.

So setzte sich unser ungeplantes Sightseeing fast automatisch fort. Invalidendom, École Militaire, Eiffelturm, Musée d’Orsay, Notre-Dame, Tuilerien und Place Vendôme – obwohl wir keine einzige dieser Sehenswürdigkeiten gezielt besichtigen wollten, kamen wir innerhalb weniger Stunden an erstaunlich vielen der bekanntesten Orte von Paris vorbei.

Nur wenige Meter weiter kamen wir eher zufällig an der Frog Hop House vorbei. Da dort ebenfalls eigenes Bier gebraut wird, entschieden wir uns spontan für eine kleine Pause. Nach den vielen Kilometern zu Fuß kam ein kühles Bier ohnehin gerade recht.

Anschließend ging es weiter vorbei an der prachtvollen Opéra Garnier in Richtung Châtelet – und damit eigentlich schon an der nächsten bekannten Pariser Sehenswürdigkeit.

Unterwegs entdeckten wir eher zufällig einen ungewöhnlich aussehenden Eingang mit der Aufschrift 59 Rivoli. Der machte uns neugierig und so gingen wir einfach hinein.

Zufallsfund 59 Rivoli

Hinter dem Eingang verbirgt sich ein Künstlerhaus mit zahlreichen kleinen Ateliers und Galerien. Schon das Treppenhaus ist ein Kunstwerk für sich: Wände, Decken und praktisch jede freie Fläche sind bemalt, beklebt oder anderweitig gestaltet.

Man kann sich frei durch das Gebäude bewegen, den Künstlern teilweise bei der Arbeit zuschauen und die unterschiedlichsten Werke entdecken. Das Ganze kostet keinen Eintritt und war für mich einer der interessantesten Zufallsfunde dieses kurzen Parisbesuchs.

Gerade weil wir 59 Rivoli überhaupt nicht eingeplant hatten, blieb es besonders in Erinnerung.

Zurück zum Flughafen – natürlich wieder im A318

Schließlich landeten wir in Les Halles, wo wir noch eine Kleinigkeit aßen. Ein frisch belegtes Panini musste für den Moment reichen, denn langsam wurde es Zeit, wieder Richtung Flughafen aufzubrechen.

Mit der RER ging es zurück nach Charles-de-Gaulle. Auch dort lief alles problemlos: Die Sicherheitskontrolle war schnell erledigt, unser Flug war pünktlich und wenig später saßen wir wieder in einem Airbus A318 von Air France.

Nach einem weiteren kurzen Flug landeten wir wieder in Amsterdam.

Damit waren unsere 24 Stunden in Paris auch schon vorbei. Viel Zeit hatten wir nicht, aber trotzdem hatten wir überraschend viel von der Stadt gesehen, einige interessante Craft-Biere probiert und mit 59 Rivoli sogar noch einen Ort entdeckt, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Plan hatten.

Und natürlich hatten wir den eigentlichen Zweck der Reise erfüllt: zweimal mit dem Airbus A318 fliegen.

Von Schiphol mussten wir anschließend nur noch zurück nach Hoofddorp zu unserem Auto und die Heimfahrt antreten. Selbst die verlief erfreulicherweise komplett staufrei – ein ziemlich entspannter Abschluss für einen ungewöhnlichen Kurztrip nach Paris.

Meine Kosten & praktische Infos

✈️ Flug
Hin- und Rückflug zusammen mit Air France ca. 210 €

💡 Gut zu wissen
Der Bereich um den Eiffelturm ist abgesperrt. Der Eintritt ist kostenlos, aber man muss durch eine Sicherheitsschleuse

🗺️ Mein Tipp
Parkbee.nl App benutzen. Damit kann man Parkplätze reservieren und günstig parken

🚗 Parken
Parkhaus in Hoofddorp nahe der Bahnstation ca. 23€

🏨 Hotel
Hotel Ibis Paris Porte de Vanves Parc des Expositions 126 €

🚆 Zug & Nahverkehr
Hoofddorp → Schiphol: 3 €
CDG → Paris: 14+2 €
Metro Fahrten: 2,55 €
Bus- /Tramfahrten: 2,05€

Stand der Preise: Reise im September 2026